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Standzeit- bzw. Standkosten-Management

Grundsätzlich ist anzumerken, dass das Standzeit Management eng mit dem Sortiments-Management zusammenhängt. Wer kein marktorientiertes Gebrauchtwagen-Sortiment aufbaut, wird sich im Standzeit-Management mangels Nachfrage schwertun, die kaufmännisch kalkulierten Standtage zu realisieren. Die wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches GW-Geschäft ist die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort (regional und via Internet) anbieten zu können.

Die Abstände haben sich verkürzt, das Geschäft läuft schneller und aktiver als damals, verstärkte und in immer kürzeren Intervallen von den Herstellern initiierte Verkaufsaktionen beeinflussen die Preise der jungen Gebrauchten und die Börsen dynamisieren dieses Profitcenter. Der Handel muss sich darauf einstellen und dieser Taktvorgabe folgen, deshalb sind heute Standzeiten von 90 Tagen und darüber defizitär. Erstaunlich ist, dass man auch heute in so mancher Empfehlung z.B. immer noch lesen kann: „Der GW-Bestand von Fahrzeugen über 180 Standtage soll max. 5% des Bestandes nicht übersteigen!“ Das kann niemals gutgehen, das führt garantiert zu Verlusten.
Die neue Empfehlung, die Standzeiten auf max. 60 Tage zu begrenzen und einen GW-LU  von „6“ als Ziel darzustellen, basiert auf folgender vereinfachter Darstellung (Beispiel):

  • GW-VK-Preis = 15.000 €
  • 10% Bruttoertrag = 01.500 €
  • Ø Standzeitkosten plus Wertverlust je Tag* = 00.020 €

*Der Wert basiert auf einer Durschnittsrechnung mit branchenüblichen Kennzahlen zu den Standzeitkosten und einer kalkulatorischen Wertminderung von ca. 1,5% ja Monat. Unter dieser Betrachtung wäre durch die Kosten und den Wertverlust nach 75 Tagen der gesamte Bruttoertrag aufgebraucht.

Diese Rechnung ist insofern nicht korrekt, weil der GW-Bruttoertrag bei Deutschlands Markenhändlern zwischen 6% und 8% einzuordnen ist und das bei noch zweifelhafter Kennzahlen-Herkunft (Stichwort Profitcenter und klare Verrechnung zwischen Neuwagen und Gebrauchtwagen). Die Forderung nach 12% Mindest-Bruttoertrag wird so noch weiter bestätigt.

 

Steuerungskennzahl 3

Damit ist die Standzeit „0“ gemeint, also die Zeit, die zwischen dem Ankauf (ab dem Zeitpunkt, ab dem Geld fließt) und der Verkaufsbereitstellung vergeht. Dazu gibt es Ausnahmen, z.B. bei Karosserie-  und Lackarbeiten (speziell bei „externer“ Vergabe), wobei die anfallenden Kosten der verlängerten Standzeit „0“ im EK-Preis zu berücksichtigen sind.
Eine möglichst rasche Gebrauchtwagen-Instandsetzung und Aufbereitung ist heute ein absolutes Muss! Jeder Tag kostet in der Tat Geld und reduziert die Absatzchancen. Die Werkstatt ist dabei nicht der maßgebliche Taktgeben, diese Funktion hat der GW-Verkauf inne.

GW-Handel heute – Erwin Wagner